Bronzestatuette der
Venus
hält
in der rechten Hand
einen Apfel
Fundstück aus
Weißenburg/Deutschland
(1.) |
Hat Septimius Severus aus politischem Kalkül die Venusdarstellungen
auf den Rückseiten der Münzen seiner Frau gewählt ? Die Römer
müssen sich eigentlich noch erinnert haben, daß 200 Jahre zuvor
Julius Caesar die Venus für sich und seine Familie reklamiert hatte.
Mit der Darstellung als Venus Genetrix auf den Münzen Julius Caesars
wurde sozusagen die göttliche Abstammung dokumentiert. Eine Anlehnung
der Severer an die Tradition Julius Caesars kann man vermuten - sicher wissen
werden wir wohl nie.
Mit der Gründung der severischen Dynastie, einem Traum
des Septimius der mit der Geburt seiner beiden Söhne scheinbar in Erfüllung
gegangen war, wurde - auch zur Legitimierung der Herrschaftsansprüche
der Kaiserfamilie - die Gleichsetzung mit den Göttern durch die Verwendung
der Symbolik der Götter unterstrichen. Ein stets in den Händen
der Menschen liegender Träger der Propaganda - die Münze mit den
Symbolen und der Kaiserdarstellung - war damit ein wichtiger Multiplikator
von Informationen und politischen Aussagen. Die Ansprüche der römischen
Kaiser durch ihre Wahl der Götterdarstellungen - Jupiter, Mars, Fortuna,
usw. - sprechen für sich. Die Venus als Symbol der Freude, Spenderin
des Lebens und Gottheit, die vor allem die tugendhafte und junge Frau
beschützt, war im alten Rom weit geachtet und ein fester Bestandteil
des häuslichen Lebens. Venus für sich und seine Familie in Anspruch
zu nehmen war von Severus äußerst klug umgesetzte Machterhaltungspolitik,
denn er war kein Römer und seine Frau eine Provinzlerin aus Syrien.Eine
reine Auflistung von Münzen werden Sie nicht finden, vielmehr wird der
Versuch unternommen die Verbreitung und damit die Bedeutung der Venus im
Alltagsleben der römischen Bevölkerung zu zeigen. Dies unter Verwendung
anschaulicher Fundstücke, die Sie hier natürlich auch gezeigt bekommen.Münzprägungen
der Julia Domna mit der Venus sind keine Seltenheit, sie gehören eher
zu den häufigen Münzen werden jedoch von einigen Händlern
wegen der zum Teil unbekleideten Darstellung besonders angeboten. Ausgaben
aus Rom, Emesa und Laodicea sind bekannt, dazu kommen Provinzialausgaben
von denen ich hier eine zeigen kann.
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IVLIA AVGVSTA / VENUS FELIX
Denar 196 - 211 n.Chr. RIC
580 Anm.
Venus von vorn mit entblössten
Beinen und nackter rechter
Brust, hält Tunica und Apfel
Originalpatina erhalten
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Die erste Münze (oben) zeigt Venus als Glücksbringerin
VENVS FELIX, Julia Domna ist im
Widerspruch zu dem eher späteren Ausgabejahr (IVLIA
AVGVSTA 196 - 211 n.Chr.) mit jugendlichem Portait dargestellt.
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IVLIA AVGVSTA / VENUS FELIX
Denar 196 - 211 n.Chr. RIC 580
Anm.
Venus von vorn mit entblössten
Beinen und nackter rechter
Brust, hält Tunica und Apfel
leider stark gereinigtes Exemplar
mit silbrigem Glanz
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Auf den frühen Münzen aus den Jahren 193 - 197,
die den Titel IVLIA DOMNA AVG tragen, werden
häufiger Portraits mit reiferen Gesichtszügen gefunden. Die Ähnlichkeit
mit Manlia Scantilla ist offensichtlich - wurden hier alte Stempel verwendet
oder war in den ersten Jahren die Kaiserin den Stempelschneidern noch unbekannt
?
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IVLIA DO MNA AVG
/ VENERI VICTR
Denar 193 - 197 n.Chr. C
194
Venus von hinten Toga um die Oberschenkel
drapiert,
an eine Säule gelehnt, hält
Palmzweig und einen Apfel
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Es folgen als frühe Ausgaben mit dem Titel IVLIA DOMNA
AVG der VENERI VICTR -Typ mit der Darstellung der Venus von hinten an eine
Säule gelehnt mit Palmzweig und Apfel. Als Variante darunter die Trennung
von VENERI und VICTR mit einem Punkt. Die Bedeutung ist mir nicht bekannt
- wenn es denn nicht nur ein Lückenfüller in der Umschrift ist.
Es sind Variationen mit der Drapierung der Toga um die Hüften und Oberschenkel
bekannt, die zum Teil auf frühen Prägungen aus den östlichen
Münzstätten stammen. Leider kann ich Ihnen zur Zeit keine Beispiele
zeigen.
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IVLIA DO MNA AVG
/ VENERI . VICTR
Denar 193- 197 n.Chr. C 194
Venus von hinten Toga um die Oberschenkel
drapiert,
an eine Säule gelehnt, hält
Palmzweig und einen Apfel
leider stark gereinigtes Exemplar
mit silbrigem Glanz
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zur Zeit kein Bild verfügbar
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IVLIA DO MNA / VENER VICTOR
Denar 193 - 197 n.Chr. C 189
Venus von hinten Toga um die Oberschenkel
drapiert,
an eine Säule gelehnt, hält
Palmzweig und einen Apfel
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Die Attribute in den Abbildungen der Venus varieren, im VICTRIX-Typ der Ausgaben mit dem Titel IVLIA AVGVSTA aus den Jahren 196 - 211 wird sie mit
den Siegessymbolen Helm und Schild gezeigt.
Unten finden Sie zwei Denare mit Variationen der Helme und des Portraits von
deutlich unterschiedlicher Ausarbeitung der Details.
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IVLIA AVGVSTA / VENVS VICTRIX
Denar 196 - 211 n.Chr. RIC
581
Venus von vorn an eine Säule gelehnt
hält einen Helm und Palmzweig ,
zu Füßen ein Schild
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IVLIA AVGVSTA / VENVS VICTRIX
Denar Denar 196 - 211 n.Chr.
RIC 581
Venus von vorn an eine Säule gelehnt
hält einen Helm und Palmzweig ,
zu Füßen ein Schild
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IVLIA AVGVSTA / VENVS VICTRIX
As 196 - 211 n.Chr. RIC 581
Venus von vorn an eine Säule gelehnt
hält einen Helm und Palmzweig ,
zu Füßen ein Schild
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Etwa ab 198 n.Chr. mit Beginn der Mitregentschaft des ersten
Sohnes Caracalla werden die ersten Darstellungen der Venus als Mutter eines
Stammgeschlechtes - eben das der Severer - auf Julias Münzen gezeigt.
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zur Zeit kein Bild verfügbar
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VENVS GENETRIX
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Unten folgt eine Provinzialprägung, die ich nicht näher
bestimmen kann. Der Stil ist grob, aber anhand der Legende kann die kleine
Bronze von 17 mm Durchmesser Julia Domna zugeordnet werden.
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IOULIA
CEBACT AE 17 mm 2,8g
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Die Rückseite zeigt eine stehende Frau (Venus ?) nach
rechts mit einem Gegenstand (?) in der rechten Hand.
Links unten sehen Sie die Rückseite einer Bronzemünze
aus Germanicopolis, sie zeigt Venus knieend im Bad, daneben ein cupido.
Das Vorbild eine Statue wurde im 3. Jahrhundert vor Christus von dem bithynischen
Künstler Diodalses geschaffen.
Im römischer Zeit wurden mehere Kopien dieses Kunstwerkes an gefertigt
- hier leider nur eine Kopie des Münzbildes aus dem Buch "Roman Provincial
Coins" von W. G. Sayles. >Klicken Sie hier<
um zur kommentierten Literaturseite zu kommen.
Wie weit verbreitet der Venuskult war und im alltäglichen
Leben durch figürliche Darstellungen und Abbildungen zur Ausschmückung
von Gärten und Innenhöfen präsent war, zeigen Fundstücke,
die nicht aus Tempelanlagen, sondern ganz offensichtlich aus Privathäusern
bzw. deren Ruinen geborgen wurden. Selbst in den Provinzen - wie die Statuette
aus Weißenburg zeigt - wurde sie verehrt. Der silberne Trinkbecher (unten
rechts) zeigt Venus im Liebesspiel mit Mars, das Objekt wurde im Jahre 1930
unter der Leitung von A. Maiuri im Haus mit dem Menander in Pompeji ausgegraben.
Das Haus gehörte vermutlich einem Verwandten der Poppaea, einem Quintus
Poppaeus. Darüber, oben rechts, sehen Sie eine Wandmalerei aus dem Schlafgemach
(cubiculum) des Hauses des Iulius Polybios. Obern links eine mehr als 5 Meter
breite Wandmalerei - von der Sie hier nur einen Ausschnitt sehen - von der
Südwand des Portikus im Hof des Hauses, das nach dieser Malerei benannt
wurde :
Das Haus mit der Venus in der Muschel
Wegen der außerordentlichen Schönheit dieses Hauses
ist eine eigene Seite mit Aufnahmen aus dem Haus und Garten geplant...
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