Ungereinigte Münzen
Ein kurzer Erfahrungsbericht für
den Einsteiger
Ungereinigte Münzen aus Bodenfunden
werden häufig zu niedrigen Preisen angeboten. Die unterschiedlichsten
Quellen stehen dem Interessierten zur Verfügung , die größte
Auswahl antiker Münzen findet man nach meinen Erfahrungen über
Angebote im Internet. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden zwischen regulären
Händlern und Anbietern die gelegentlich eine schnelle Mark machen wollen.
Es gibt jedoch auch Anbieter, die einen
hohen Anspruch an die Qualität ihrer angebotenen Münzen haben ,
seien es nun ungereinigte oder gut erhaltene, gereinigte Münzen aus
Bodenfunden oder anderen Quellen. Diese Anbieter haben fast immer einen festen
Kundenstamm und können es sich nicht leisten minderwertige Ware zu verkaufen.
Das Studium der Angebote - meist im
Raum USA - ergibt eine Vielzahl von Händlern, die mit ungereinigten
Münzen vor allem Anfänger unter den Sammlern und Neugierige locken.
In den Beschreibungen werden vor allem
folgende Punkte hervorgehoben:
Ungereinigt
Bodenfunde meist aus dem Balkangebiet
nicht durchsucht und nicht verlesen
besonders gute Qualität
Erwähnung, daß Goldmünze
einmal gefunden wurde
In der Regel werden ungereinigte Münzen
in sogenannten Dutch bids versteigert, dabei liegen die Verkaufspreise pro
Münze meist zwischen 1.50 und 2.20 US$, der Händler sitzt in den
USA, dieser nimmt 5 - 8 US$ Versandkosten/Postgebühren, das Geld kommt
am billigsten per Einschreiben/Bargeld (Ihr Risiko) in die Staaten.Wer es
sicherer möchte nimmt die internationale Bankanweisung oder Postanweisung,
das kostet DM 15.- aufwärts. Bei niedrigem Warenwert sind die Kosten
für das handling ziemlich hoch.
Als Beispiel für ein Lot von 10
ungereinigten Münzen aus den USA finden Sie nachfolgenden Erfahrungsbericht.
Die Kontakte per e-mail mit dem Anbieter
waren schnell und korrekt, der Preis pro Münze lag nach Auktionsende
bei 1.75 US$. Der Versand kostete 3 US$, meine Kosten betrugen DM 7.-.
Dafür erhielt ich nach etwa 11 Tagen
ein kleines Kuvert mit den 10 Münzen. Diese waren komplett mit verkrusteter
Erde überzogen , zwei waren zerbrochen, eine weitere zerbrach beim Anfassen.
Nach der ersten Reinigung (Wasser, Seife,
weiche Zahnbürste) zeigte sich schnell, daß einige der Münzen
weitestgehend "entsandet und entkrustet" waren, andere waren von hartem nicht
lösbarem Schmutz überzogen. Alle Münzen habe ich insgesamt
bis zu 6 Wochen in Olivenöl gelegt, das sichert einen schonenden Reinigungsprozeß.
Das Ergebnis ist ganz ordentlich, wenngleich
die Münzen insgesamt von niedriger Erhaltung sind.
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Reinigungsergebnis
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Der Erhaltungsgrad schwankt zwischen
G und S, gefunden habe ich:
1 Denar zerbrochen Caracalla fast
S mit schwarzer Patina
2 Kleinbronzen, gebrochen, nicht identifzierbar,
wohl aus der Zeit Constantin (nicht abgebildet)
6 Kleinbronzen, nicht identifizierbar,
wohl auch aus der Zeit Constantin
1 Mittelbronze, nicht identifizierbar,
korrodiert, porös, vager Verdacht 5. Jahrhundet mit Christogrammresten
4 Münzen wiesen Schmirgelspuren
auf, das weist darauf hin, daß jemand das Lot nach Gold oder Silbermünzen
durchsucht hat (Verkäufer, Zwischenhändler oder Finder ?).
Ein anderes Lot von 10 Münzen habe
ich bei einem Händler aus Deutschland erworben, die Qualität war,
bei sogar etwas niedrigerem Preis, insgesamt deutlich höher. 8 von 10
Münzen waren bestimmbar, der Erhaltungsgrad schwankte zwischen S - SS
meist S, zerbrochene Münzen waren nicht darunter. Es fanden sich keinerlei
Spuren, die auf Manipulationen nach dem Fund hinweisen.
Zum Aufbau einer Sammlung sind Lots
ungereinigter Münzen nicht geeignet, sie bieten aber, wenn Sie den richtigen
Händler auswählen jede Menge Spaß am Entdecken !
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