"Doch dieser
eine Mann hat drei regierende Kaiser gestürzt. Einen, der im kaiserlichen
Palast residierte, vernichtete er, indem er die in Rom stationierten Gardisten
durch kluge List unter seine Kontrolle brachte. Einen anderen brachte er im
Osten des Reiches zu Fall, wo dieser sich bereits als Beherrscherdes Römervolkes
feiern ließ. Der dritte hatte die Ehren und das Amt eines Caesaren
inne, ihn überwand er durch Tapferkeit."
Herodian
III, 7
Lucius Septimius Severus wurde am 11. April 145 in Lepcis
Magna - einer Stadt an der Küste im heutigen Libyen - geboren. Seine
Eltern waren Publius Septimus Geta und Fulvia Pia. Er war verheiratet mit
Julia Domna, einer Syrerin mit der er zwei Söhne hatte, Geta und Caracalla.
Der Geschichtsschreiber Cassius Dio beschreibt ihn als einen kleinen aber kräftigen Mann, wortkarg, zielstrebig und von großem Durchsetzungsvermögen. Im Alter von achtzehn verließ er Lepcis magna und ging nach Rom, dort bekleidete er unterschiedliche zivile und militärische Ämter und wurde schließlich 191 Statthalter von Oberpannonien. Protegiert wurde er dabei von Aemilius Laetus, dem Praefekten der Prätorianergarde. Als Septimius von den Morden an Commodus und Pertinax erfuhr weilte er in Carnuntum der Provinzhauptstadt Oberpannoniens, die ihm unterstellten Truppen an der Donau riefen ihn zum Kaiser aus. So bestätigt machte er sich auf den Weg nach Rom um die Macht an sich zu reißen. Nachdem am 1. Juni 193 der Senat das Todeurteil über Didius Julianus gefällt hatte war der Weg frei für Septimius Severus, der am 9. Juni 193 in Rom mit seinen Legionen einmarschierte. Die Mörder des Pertinax, Angehörige der Prätorianergarde, konnte er mit Hilfe einer Täuschung entwaffnen und hinrichten lassen. Er ließ die Prätorianer ein religiöses Ritual vortäuschend ohne Waffen vor den Toren Roms versammeln. Damit beseitigte er zu einem Zeitpunkt noch nicht ausreichend gefestigter Macht seine potentiellen Feinde. In Erinnerung und Würdigung des Pertinax übernahm er seinen Namen in seine Herrschertitel. Hier als Beispiel sein Portrait auf einem Denar aus dem Jahr 193 mit der Legende IMP CAE L SEP SEV PERT AVG
Im Herbst und Winter 193 besiegte Septimius seinen Gegner Pescennius Niger, der in Syrien Statthalter war und dort von den Truppen zum Kaiser ausgerufen worden war. Die letzte entscheidende Schlacht fand im Frühjahr 194 bei Issus statt. Diejenigen, die nicht erschlagen wurden flohen zum Teil zu den Parthern, den Feinden Roms, die den Flüchtenden Aufnahme und Schutz gewährten. Die unten gezeigte Münze war ursprünglich zu Andenken an den Sieg über Niger gedacht, Septimius machte jedoch aus dem Sieg über Pescennius Niger einen Sieg über die Araber.
So in der
Macht gefestigt nimmt er durch Selbstadoption in die Familie Mark Aurels
den Familiennamen PIVS an. Es folgen erfolgreiche Kriegszüge gegen die Parther in den Jahren 197-99 n. Chr. die mit der Neugründung der Provinz Mesopotamien enden.
Skrupellos und brutal läßt er nach der Eroberung der Hauptstadt Ctesiphon ca. 100 000 Männer, Frauen und Kinder töten und den Staatsschatz rauben. Fünf Jahre baut er die Verwaltung in der neuen Provinz auf und versucht erfolglos den Karawanenstützpunkt Hatra einzunehmen. Aus Anlaß seines Sieges über die Parther werden im Jahre 198 Münzen mit dem Ehrentitel PARTHICVS MAXIMVS ausgegeben.
Septimius
besucht in den folgenden Jahren Ägypten, er besucht den einbalsamierten
Leichnam Alexanders des Großen, sieht die Pyramiden von Gizeh und fährt
weiter nilaufwärts bis in das religiöse Zentrum nach Theben.
für
damalige Verhältnisse bereits im fortgeschrittenen Alter suchte er seine
Nachfolge zu regeln und vermählte seinen Sohn Caracalla mit Plautilla
der Tochter des Befehlshabers der Prätorianergarde Gaius Fulvius Plautianus.
Mit ihm war er befreundet und hatte seine Feldzüge gemeinsam unternommen.
Caracalla wurde in der Ehe nicht glücklich, möglicherweise angestiftet
von Caracalla wurde Plautianus im Jahre 205 von Centurionen des Verrates bezichtigt,
woraufhin Severus den Plautianus töten ließ und den Leichnam dem
Volke auf die Straße warf. Plautilla wurde auf die Insel Lipari verbannt.
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| 193-197 n.Chr.
Erbfolgekriege, 197-198 n.Chr. Alleinherrschaft 198-209 n.Chr. gemeinsame Herrschaft mit seinem Sohn Antoninus 209-211 n.Chr. und gemeinsam mit seinem Sohn Geta 211-215 n.Chr. Prägungen nach seinem Tod |
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190 CONSVL I 193 CONSVL II 193 9. April IMP 193 AprilIMPERATOR , CAESAR , PROCONSUL Juni 193 PONTIFEX MAXIMVS 9. Juni 193 TRP , dann jährlich erneuert am 10. Dezember bis TRP XVIII Ende 193 IMP II Ende 193 PATER PATRIAE Jan 194 IMP III 194 IMP IV 194 CONSVL III 195 ARABICVS und ADIABENICVS 195 IMP V, VI , VII 195 Selbstadoption in die Familie Mark Aurels , Annahme des Familiennamens PIVS Ende 195 IMP VIII Anfang 197 IMP IX Ende 197 IMP X XI 198 PARTHICVS MAXIMUS 202 CONSVL IV 207 IMP XII 209 / 210 BRITANNICVS MAXIMUS |
| IMP CAE L SEP
SEV PERT AVG COS I-II IMP CAES L SEP SEV PERT AVG COS I- II L SEPT SEV PERT AVG IMP I-X L SEPTIMIVS SEVERVS PERT AVG IMP PART MAX L SEPT SEV PERT AVG IMP XI PART MAX L SEPT SEV PERT AVG IMP PART MAX L SEPT SEV PERT AVG IMP XI PART MAX L SEPTIMIVS SEVERVS PERT AVG IMP PART MAX L SEPTIMIVS SEVERVS PERT AVG IMP XI PART MAX SEVERUS AVG PART MAX PM TRP VIII SEVERVS PIVS AVG BRIT SEVERVS PIVS AVG DIVO SEVERO PIO |