Septimius Severus - Julia Domna

Limesfalsa


SEVERVS PIVS AVG / FELICITAS AVGG
2,5 g  17-18 mm
Exemplar mit geringen Silberresten im Feld 
auf der Rückseite, grüne fleckige Patina, die für 
hohen unedlen Metallgehalt spricht
SEVERVS PIVS AVG / FELICITAS AVGG
2,56 g  17-18 mm
Exemplar mit silbrigem Glanz, Zinn ? Silbergehalt ?
beachten Sie die Details, beide Münzen 
stammen vom  selben Original

 
In einem Lot ungereinigter Münzen fand ich vor einigen Jahren eine kleine Münze des Septimius Severus in der Größe eines Denares, das Gewicht liegt bei ca. 2,5 g der Durchmesser bei 17-18 mm. Soweit mit dem bloßen Auge zu erkennen ist der Silberhalt wohl null oder nahe null. Stil und Ausführung der Münze sprechen für eine Prägung Roms, eine "barbarisierte" Prägung scheint nicht vorzuliegen. Bei recht guter Erhaltung sind jedoch alle Details sehr verwaschen und am Rand sind Reste eines Saumes zu erkennen, die für eine Herstellung im Gußverfahren sprechen. Gefunden habe ich offensichtlich einen AE-Denar, Limesfalsum, Limesdenar oder wie diese Exemplare sonst genannt werden. Geprägt wurde der Begriff  Limesfalsum von G. Elmer 1933, wesentliche Untersuchungen zu diesem Thema sind bei George Boon nachzulesen (1).
Geschichtlich handelt es sich sehr wahrscheinlich um Zahlungsmittel der römischen Grenztruppen die entlang des Limes, der Nordgrenze des römischen Reiches, stationiert waren und dort mit der einheimischen Bevölkerung regen Handel trieben. Die in den letzten Jahren häufiger angebotenen Stücke galten früher als seltene Kuriositäten und sind fast ausschließlich entlang des Limes, insbesondere in England, gefunden worden. Sie kommen jetzt jedoch häufiger aus den ehemaligen Ostblockstaaten in den Handel. Die bisher gefundenen Stücke sprechen, soweit man das bei den doch sehr abgeriebenen Exemplaren sagen kann, allesamt dafür, daß sie im Gußverfahren von Originalmünzen hergestellt und nicht aus Stempeln geschlagen wurden. Der Silbergehalt ist wohl bei einigen Münzen in der Tat null oder sie hatten einen dünnen Silbermantel der verloren gegangen ist.Gefunden wurden Exemplare aus der Zeit Trajans etwa bis zur Regierungszeit des Maximinus, die allermeisten stammen jedoch aus der Zeit der Severer. 
Ob sie als Fälschungen oder offizielle Ausgaben für die Grenzsoldaten gelten können ist wohl nicht sicher geklärt - genaue Kenntnisse fehlen mir hierzu. 
Der zeitliche Abstand der Abgüsse zu den Originalen beträgt manchmal mehr 10 Jahre, denn es wurden Exemplare des Septimius Severus mit Rückseiten des Severus Alexander gefunden. Dies läßt annehmen, daß es sich doch eher um nicht offizielle Produkte dieser Zeit handelt.

 
SEVERVS PIVS AVG / PM TR PXV COS III PP
Victoria steht n. re. schreibt auf ein Schild 
der auf einer Palme liegt, linken Fuß 
auf einen Globus gestellt
Limesfalsum eines Originales aus Rom

Nur wenige Falsifikate sind von Originalen der östlichen Münzstätten vorhanden, ein 
Exemplar eines Originales aus Laodicea sehen Sie unten abgebildet. Die Abbildung zeigt 
die Münze stark vergrößert.
 
 

Limesfalsa eines Original aus Laodicea
IVLIA AVGVSTA / LAETITIA
Laetitia steht n. li. hält Kranz und Steuerruder
Limesfalsum eines Originales aus Laodicea / Syrien

In AVGVSTA RAVRICA einer römischen Siedlung in der heutigen Schweiz ist eine 
Fälscherwerkstatt aus dem 2. und 3. Jahrhundert ausgegraben worden. Neben den
Werkzeugen der Fälscher sind auch die Fälschungen in den verschiedenen Phasen der 
Entstehung gefunden worden. Möglicherweise gelangte ein Denar aus Laodicea hierhin
und war die Vorlage für dieses Exemplar...
 

(1) George C. Boon, Coins and the Archaeologist, Seaby, 1988