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JULIA DOMNA
Die starke Frau des Kaisers
"..., denn er hielt an seiner Gattin Julia fest,
obwohl sie für ihre zahlreichen Liebschaften berüchtigt und sogar
in eine Verschwörung gegen ihn verstrickt war."
Historia Augusta: Leben des
Severus XVIII
Julia Domna, geboren um
170 n. Chr. in Emesa, Syrien, Tochter des Priesters Julianus Bassianus
heiratete Septimius Severus im Jahre 186 oder 187 n. Chr. Die Familie der
Julia stammte von einer alten syrischen Herrscherdynastie ab.
Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor Caracalla
und Geta. Caracalla der ältere wurde unter der Regentschaft seines Vaters
198 n.Chr. zum AVGVSTVS ernannt. Der jüngere Geta erhielt209 n. Chr.
den Titel AVGVSTVS verliehen. Die Feindschaft der beiden Brüder gipfelte
in der Ermordung Getas durch seinen eigenen Bruder im Jahre 212 n.Chr. Nach
dem Tode des Vaters und der Ermordung des Bruders errichtete Caracalla eine
Schreckensherrschaft, die letzlich zu seiner Beseitigung durch Mord führte.
Julia Domna, die von den Geschichtsschreibern
als überaus starke und durchsetzungsfähige Frau beschrieben wird,
führte in den langen Phasen der Abwesenheit ihres Mannes zu einem
großen Teil die Regierungdgeschäfte. Besonders bemerkenswert ist
für die damalige Zeit nicht nur daß Rom von einem Nichtrömer,
sondern von einer Frau aus der Provinz Syrien regiert wurde. Julia Domna sollte
als Mutter und Herrscherin einer neuen Dynastie Roms walten. Die Münzen,
die für sie geprägt wurden zeigen auch die entsprechenden typischen
Rückseitendarstellungen, die den Anspruch untermauern. Insbesondere werden
die Symbole für Fruchtbarkeit, Fröhlichkeit, Schamhaftigkeit -
die höchste Tugend für eine römische Frau in der damaligen
Zeit - und die Gottheit des Hauses und Herdes gezeigt. Unten sehen
Sie zwei Asse aus der frühen Zeit, links eine Darstellung der Göttin
der Fröhlichkeit und rechts die Göttin der Fruchtbarkeit zusammen
mit zwei Kindern auf dem Arm und zu Füßen. Es fällt auf, daß
die rechte Münze mit dem deutlich älter wirkenden Portrait aus
den ersten Jahren der Regierungszeit zwischen 193 und 197 n. Chr. stammt und
die linke ein fast jugendliches Gesicht der Kaiserin zeigt, dafür aber
deutlich später geprägt wurde. Die frühen Ausgaben der Julia
Domna sollen sich, möglicherweise wegen einer fehlenden Portraitvorlage
der neuen Kaiserin, am Portrait der Manlia Scantilla, deren Münzen ebenfalls
im Jahre 193 geprägt wurden, orientiert haben.
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As 198-209 n.Chr.
Rom 10,33g 24mm
IVLIA AVGVSTA
HILARITAS / SC
Hilaritas stehend n.
l. hält Palmzweig und Füllhorn
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As 193-197 n.Chr.
Rom 22mm
IVLIA DOMNA AVG
FECVNDITAS / SC
Fecunditas sitzt n.
re. hält Cupido und zweiter Cupido zu Füßen
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In späteren Jahren erhebt sie sich nicht
nur zur Stammutter des Geschlechtes der Severer - siehe die VENVS GENETRIX
Ausgaben, sondern in maßlos überzogener Selbstverherrlichung auch
zur Mutter Gottes ( MATER DEVM ) und wie eine Münze aus dem Jahre 211-217
zeigt, auch zur Mutter der Kaiser, des Senates und des Vaterlandes.
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Denar 211-217
n. Chr. Rom 3,24g 19mm RIC 381 C. 111
IVLIA PIA FELIX AVG
MAT AVGG MAT SEN M PATR
Julia sitzend n. l.
hält Zweig und Zepter
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Als junge Frau eine Schönheit, stolz
und reich, soll sie nach der Ermordung Caracallas verbannt fern ihrer Heimat
an einem Krebsleiden - das ist wohl Interpretation - gestorben sein. Nach
einer anderen Version soll sie sich zu Tode gehungert haben. In der Tat ist
es auffallend, wie die um Realismus bemühten Stempelschneider den körperlichen
Verfall auch im Gesichtsausdruck der Kaiserin auf den Münzen festgehalten
haben. Auf dem Denar aus späteren Tagen ihrer Regierungszeit ist sie
verhärmt mit fast ausgezehrten Gesichtszügen dargestellt.
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Denar 211-217 n.Chr.
Rom 19mm RIC c 290
IVLIA PIA FELIX AVG
VESTA
Vesta steht nach links
hält eine Statuette und einen Stab
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Die Münzprägungen erfolgten in den
Jahren 193 - 225 n.Chr. Bekannte Münzstätten sind Rom, Antiochia,
Alexandria, Laodiceia und Emesa. Eine etwas grobe Bestimmung der Ausgabejahre
gelingt mit Hilfe der Legenden.
193-211 n.Chr. während der Herrschaft
von Septimius Severus
IVLIA DOMNA AVG
IVLIA AVGVSTA
211-214 n.Chr. unter Caracalla
IVLIA PIA FELIX AVG
218-225 n.Chr. Gedenkprägungen nach ihrem
Tode unter Elagabalus und Alexander Severus
DIVA IVLIA AVGVSTA
Links zum Thema Frauen in der Antike finden
sich auf der Julia Maesa Seite.
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