Hybride sind durch nicht zusammengehörige
Stempel von Vorder- und Rückseite charakterisiert. Das Exemplar, das
Sie hier sehen zeigt Julia Domna mit einer Vorderseite, die für ein Ausgabejahr
zwischen 197 und 206 n.Chr. spricht - die verwendete Legende in dieser Zeit
ist IVLIA AVGVSTA. Die Rs.- Legende PM TR P XIIII
COS II PP kann ihr nicht zugehören, da sie keine entsprechenden
Ämter ausübte.
Der Rückseitenstempel wird, nach den Titeln zu urteilen, von einem Denar
ihres Ehemannes Septimius Severus oder ihres erstgeborenen Sohnes Caracalla
stammen.
Die Datierung mit Hilfe der Ämterangaben hilft weiter. TR P XIIII wurde Septimius Severus 206 und Caracalla
211 n.Chr. verliehen, nach 206 n.Chr. zeigen die Münzen der Julia jedoch
nicht mehr den Titel IVLIA AVGVSTA sondern IVLIA PIA FELIX AVG.
Damit ist von einem Stempel eines Denares
für Septimius Severus auszugehen.
Was liegt denn nun vor ? Eine antike
Fälschung z.B. mittels gestohlenem Originalstempel oder ein irrtümlich
verwendeter Rückseitenstempel in einer offiziellen Münzstätte
? Bekannt ist, daß ein relativ hoher Anteil der subaeraten Münzen
hybride Stempelkombinationen aufweist.
Die helle, silbrig glänzende Farbe
dieser Münze spricht für einen erheblichen Zinnanteil und einen
geringen Silbergehalt, wie es aus der Zeit der Severer bekannt ist. Ein gefütterter
Denar ist es mit einiger Sicherheit nicht, da der Abrieb recht stark ist und
ein eventueller Kupferkern bereits sichtbar sein müßte. Zeichen
eines Gußverfahrens sind nicht zu finden.
Der Stil der Münze, insbesondere die
Ausführung der Buchstaben passt nicht zu einer Ausgabe der Münzstätte
Rom, die dargestellte Gottheit ist nicht sicher anhand der Attribute zuzuordnen
und wirkt zudem in der Ausführung plump
Die einzige bekannte Hybridmünze
der Münzstätte Rom soll ein Denar der Julia
Domna (Cohen 162) mit dem Revers von Septimius
Severus (Cohen 516 , TR P XVI sitzende Gottheit ) sein.
Den entsprechenden Hinweis erhielt ich
von Curtis Clay, dem ich an dieser Stelle hierfür meinen Dank ausspreche.
Es wird sich bei der hier diskutierten
Münze wohl mit einiger Sicherheit um eine antike Fälschung mit
hybrider Stempelkombination auf einem soliden Schrötling minderen Silberhaltes
- wahrscheinlich eine im wesentlichen auf Kupfer und Zinn basierende Legierung
- handeln.
|