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Darstellung einer ägyptischen Göttin auf Münzen der Severer
Isis säugt Horus Der Denar der Julia Domna, Gemahlin des Septimius
Severus, zeigt die Rückseite der ägyptischen Göttin Isis, die
ihr Kind Horus in den Armen hält und stillt. Der linke Fuß ist
auf einen Schiffsbug gestellt, rechts neben der Göttin ein Steuerruder,
ein Symbol der Steuerung des Schicksals, an einen Altar gelehnt, die Rückseitenlegende
verspricht glückliche Zeiten |
Ägyptische Fayencefigur Isis stillt ihr Kind Horus (Spätzeit)
und der Sonnenscheibe der Hathor hält in der rechten Hand ein Sistrum
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Legende von Isis und Osiris
Der Kult der Isis ist verbunden mit dem Glauben und der Hoffnung auf ein ewiges Leben, verständlich, daß die Römer, die für die Götter anderer Kulturen offen waren, den Isiskult übernommen hatten und der Isis eigene Tempel weihten. Der Legende nach herrschten einst Osiris und
seine Schwester und Gemahlin Isis über das Land am Nil, Osiris wurde
von seinem eifersüchtigen Bruder Seth mit Hilfe einer List getötet.
Er forderte Osiris auf sich in einen Sarg zu legen, der von besonderer Schönheit
war. Seth schloß rasch den Sarg und warf ihn in den Nil und Osiris
ertrank - Osiris das Symbol des Todes. Horus fortan das Symbol des neuen Lebens, der Vater Osiris als Symbol der Auferstehung und Erlösung vom Tode und Hoffnung auf das ewige Leben. Darstellungen der Isis Ägyptens Darstellungen der Isis sind in vielen Formen bekannt, auf die Einzelheiten soll hier nicht näher eingegangen werden. Die Abbildung links zeigt eine Fayence der sitzenden Isis den Sohn Horus im Arm haltend. Die Münze der Julia Domna aus dem Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus übernimmt auf der Rückseitendarstellung das Motiv der stillenden Mutter Isis. Die römische Adaptation geht etwas weiter und zeigt sie nicht nur als Göttin die den Sohn des zum Leben erweckten toten Vaters stillt, sondern auch das Symbol des Steuerruders, das auch als Attribut der Glücksgöttin Fortuna gilt. Damit wird Isis auch zur Göttin des Glücks. Isis, das Haupt gekrönt mit Hörnern und der Sonnenscheibe, beides Attribute der Göttin Hathor, zeigt ein Bronzeamulet. Beide Artefakte stammen aus der Spätzeit (745 bis 335 v.Chr.). Auf einem Relief aus dem Tempel von König
Sethos I. (Neues Reich 1290 -1279/78 v. Chr.) in Abydos finden wir Isis
mit einem Sistrum in der rechten Hand, das Haupt ebenfalls gekrönt mit
den Hörnern und der Sonnenscheibe der Hathor. Isiskult und ägyptische Einflüsse im römischen Reich Der Einfluß Ägyptens auf die Kultur
und den Götterglaube der Römer ist schon früh ca.100 vor Christus
nachweisbar. Mit der Eroberung Ägyptens und Einverleibung des riesiges
Landes als Provinz AEGYPTVS im Jahre 30 v. Chr. durch Augustus beginnt auch
eine Übernahme des äpyptischen Baustiles und der Inneneinrichtung
der Wohnhäuser. Dieses findet sich in Mosaiken und Wandmalereien, die
Pflanzen und Tiere des Niltales wiedergeben. Eine ägyptisierende Strömung
in der Mode und den darstellenden Künsten wird an vielen Beispielen
sichtbar. Eine Statue des Antinoos, der Freund (Geliebter ?) Kaiser Hadrians, die für seinen Landsitz geschaffen wurde zeigt Antinoos als Pharao. Antinoos ertrank im Jahre 130 n.Chr. im Nil, Hadrian gründete zum Andeken an ihn die Stadt Antinopolis. Wie weit der Isiskult im römischen Reich verbreitet war zeigen Funde in Frankreich, in der Provinz Gallien sind in Nimes, Arles, St. Remy, Carpentras und Marseille sind Artefakte, Gräber und Tempelanlagen gefunden worden, die den Isiskult bestätigen. Eine Form der römischen Adaptation des Kultes aus der Region um Marseille ist die Anbetung der Isis als Schutzheilige der Seefahrer. In St. Remy, dem römischen Glanum, wurde ein Sistrum als Hinweis auf praktizierten Isiskult gefunden. Neben dem bekannten Grab eines Isis-Priesters in Pompeji gibt es ein weiteres in Nimes. Eine Vorstellung, wie das Ritual der Isisanbetung
abgelaufen sein könnte bekommen wir durch eine erhaltene Wandmalerei
aus einem Haus in Herkulaneum. Gezeigt wird eine Szene der Anbetung des heiligen
Nilwassers, das im Tempel aufbewahrt wurde. Zu besichtigen ist diese wünderschön
erhaltene Malerei im Nationalmuseum in Neapel (wohnen sollten Sie, wenn Sie
eine Besichtigung planen jedoch in Sorrent und mit der Vorortbahn oder besser
noch mit der Fähre nach Neapel fahren). Fundbeispiele für den Isiskult in Pompeji Die hohe Bedeutung der Isis wird auch durch
den Standort ihres Tempel in Pompeji nahe dem Forum ausgedrückt.In einem
Seitenraum fand man bei den Ausgrabungen den marmornen Kopf eines Akrolithen,
der sehr wahrscheinlich die Isis darstellt, sowie ein Sistrum, eine Art Rassel
aus Metall, (Abbildung siehe unten) und weitere zu Kulthandlungen gehörige
Gegenstände. Bei den Ausgrabungsarbeiten, die 1764 begannen,
fand man die Leichname der Priester, die noch versucht hatten Kultgegenstände
zu retten mit den Tempelschätzen in den Händen erstickt im Lavaschutt
liegen. |
Römischer Mormorkopf der Isis Teil eines Akrolithen Fundort Pompeji
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Marmorstatue der Isis in der linken Hand das Ankhzeichen in der rechten das Sistrum (leider verloren gegangen) Fundort Pompeji |
Sistrum Symbol der Göttin Isis Fundort Pompeji |