Elagabalus
 
Kindkaiser und Priester des Sonnengottes
 

 
"Er war der Letzte der Antoniner, ein Mann, der wegen seiner Lebensführung, seines Charakters und seiner grundtiefen Verderbtheit so hassenswert war, daß der Senat sogar seinen Namen aus allen Dokumenten tilgte."  
Historia Augusta: Leben des Elagabal XVIII  
  

Elagabalus, geboren 203 oder 204 n.Chr. in Emesa / Syrien, sein Geburtsname war Varius Avitus Bassianus. Nach dem Tode des Caracalla und der Inthronisation des Macrinus suchte der immer noch mächtige Familienclan der Severer einen Weg die Macht in der Familie zu halten. Die Großmutter Julia Maesa und seine Mutter Julia Soaemias gaben Elagabalus als Sohn des bei den Soldaten immer noch hoch geachteten Caracalla aus. Der Liebhaber seiner Mutter, ein gewisser Gannys, schleuste den Knaben im Mai 218 in das Lager der Legion Gallica, hier wurde er am Morgen des 16. Mai 218 zum Kaiser ausgerufen. In Anlehnung und wohl um die Familienbeziehung zu bezeugen nahm Elagabalus den  Namen Marcus Aurelius Antoninus an, so wie ihn Caracalla auch geführt hatte. Dies führt bei der Bestimmung seiner Münzen zu gewissen Problemen über die später noch berichet werden soll. Seine Namen waren vielfältig und ebenso wenig eindeutig wie sein kurzes Leben, daß wohl geschönt als schillernd bezeichnet werden kann. Als Kaiser führte er offiziell den Namen Marcus Aurelius Antonius Pius, bekannt geworden ist er jedoch unter dem Namen Elagabalus,  abgeleitet von el jabal arabisch der Stein. Er erhob den aus Syrien stammenden Kult der Steinanbeter zur Staatsreligion und gab sich den Namen seines Gottes, dessen  Abbild der schwarze Betyl von Emesa war. Er läßt den Stein - wahrscheinlich ein Meteorit - nach Rom holen und in einem eigens hierfür errichteten Tempel aufstellen. Später wird er auch unter dem Namen Heliogabalus erwähnt, der Geschichtsschreiber Cassius Dio nennt ihn Sardanapalus.  
  
Als eine der ersten Taten nach seiner Ernennung zum Kaiser läßt er den Liebhaber seiner Mutter ermorden.  

Im Jahr 219 zieht er samt Gefolge in Rom ein, er lebt in religiösem Wahn als Priester seines Gottes. Täglich werden Opferrituale abgehalten bei denen z.B. Eingeweide des getöteten Vieh von hochrangigen Beamten aufgetragen werden. Sein Gewaltgebaren nimmt für uns unvorstellbare Ausmaße an, so berichtet Cassius Dio von Ritualen bei denen  Kinder getötet und lebende Tiere im Tempel des Elagabalus eingemauert wurden. Diesen wurden dann menschliche Genitale zugeworfen (Cassius Dio LXXX,11).  
  
 
 

Denar Elagabal
 IMP ANTONINVS PIVS AVG
SVMMVS SACERDOS
Kaiser stehend n. l., opfernd an Dreifuß
 
Denar Elagabal
Portraitdarstellung mit Horn als Zeichen der Priesterwürde
IMP ANTONINVS PIVS AVG
PM TR P IIII COS II
Kaiser stehend n. l., opfernd an Dreifuß
Zwei Darstellungen des Kaisers in Opferhaltung an einem Altar als höchster Priester des Sonnengottes.
 

Er vergnügte sich mit diversen Frauen und Männern, erschien abends in Kneipen verkleidet als Frau und trat als Hure auf. Überliefert ist auch der Wunsch sein Geschlecht zu ändern, er soll die Ärzte angefleht haben ihm die Genitale zu entfernen.  

Im Jahre 219 heiratet Elagabal Julia Cornelia Paula, eine Tochter vornehmer Abstammung, die Ehe hielt jedoch nur knapp ein Jahr. Er verließ sie und nahm sich eine zweite Frau, die Vestalin Aquilia Severa. Als Priesterin war es ihr bei Todesstrafe verboten einen Mann zu ehelichen, Elagabalus begründete sein Ansinnen er sei ebenfalls Priester und aus der Verbindung würden gottgleiche Kinder entstehen. Aber auch diese Ehe war nur von kurzem Bestand, etwa nach einem Jahr verließ er seine zweite Frau um  Anna Faustina aus dem Hause Marc Aurels zu heiraten. Nach kurzer Zeit war er auch ihrer überdrüssig und verließ sie, um zu seiner zweiten Frau zurück zu kehren.  
220 führte Elagabalus eine umfassende religiöse Reform durch bei der er den Gott Elagabal zum höchsten aller Götter ernannte.  
Vor diesem Hintergrund waren Meutereien der Soldaten alltäglich. Das Vertrauen in die Regierung war gering, selbst die Legion Gallica, die ihn einst zum Kaiser ausgerufen hatte war gegen ihn. 221 spitzten sich die Verhältnisse zu, seine engsten Angehörigen drängten ihn seinen Cousin Bassianus Alexianus, dreizehn Jahre alt , zu adoptieren und zum Thronerben zu ernennen. Geführt wurde die schleichende Machtergreifung des Alexianus von dessen Mutter Julia Mamaea und der immer noch einflußreichen Großmutter Julia Maesa. Nachdem Elagabal in diesem Spiel um die Macht versucht hatte seinen Cousin ermorden zu lassen wurde er und seinen Mutter Julia Soaemias im März 222 von Soldaten ermordet und enthauptet. Die Leichname wurden durch die Straßen Roms gezerrt und, wie damals üblich bei verurteilten Straftätern, in den Tiber geworfen. Die Regierungszeit des Elagabal währte nur vier Jahre.  
  



  
Die Münzprägungen  
  

Eine Datierung des Münzausgabejahres ist über die in den Legenden geführten Titel möglich.  

   16. Mai 218 Inthronisierung als AVGVSTVS  
   16. Mai 218 erstmals Tribunizische Amtsgewalt TR P, jährlich erneuert am 10. Dezember bis TR P  V  
         Juli 218 PATER PATRIAE PONTIFEX MAXIMVS  
                218 CONSVL I  
                219 CONSVL II  
                220 CONSVL III  
                220 Sacerdos Amplissimus Dei Invicti Solis Elagabali  
                222 CONSVL IV  
  
   
Eine Verwechslung mit den Münzen Caracallas ist wegen der verwendeten gleichen Namen möglich. Legenden, die beide benutzt haben:  

 
ANTONIVS PIVS AVG
IMP ANTONIVS PIVS AVG
IMP CAES (M AVR)
ANTONIVS (PIVS) AVG
ANTONIVS PIVS FEL(IX) AVG
 
Eine Unterscheidungsmöglichkeit geben diePortraits, Elagabalus wurde mit ca 18 Jahren ermordet, somit sind Portraits, die ihn als erwachsen Mann zeigen nicht zu erwarten. Er wird stets mit den Gesichtszügen eines jungen Mannes dargestellt.  Caracalla wird auf den Münzen in allen Lebensabschnitten vom Kind bis zum bärtigen Erwachsenen - dann meist mit grimmigem Ausdruck -  gezeigt. Ferner sind alle Legenden mit BRIT oder GERM, AVGG (Zeit der Mitregentschaft mit Severus) sowie  IMP ab II dem Caracalla zu zuordnen. 
 

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